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Private Krankenversicherung PKV pro und kontra

15.02.2010 admin Keine Kommentare

Für alle Angestellter die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind sowie für Freiberufler und Selbstständige stellt sich die Frage nach einem Wechsel in die private Krankenversicherung. Momentan sind gute 8,5 Millionen Deutsche privat krankenvollversichert, was einem Bevölkerungsanteil um die 10,5% entspricht.

Der entscheidende Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung: Die Beiträge der PKV bemessen sich nicht am Einkommen des Versicherungsnehmers, sondern Geschlecht (Frauen zahlen meist mehr, da ihre Lebenserwartung höher ist), Eintrittsalter (je früher desto mehr Rückstellungen werden gebildet), Beruf (Risikozuschäge für bestimmte Tätigkeiten, oft Vergünstigungen im öffentlichen Dienst), Leistungen (Ein- oder Zweibettzimmer, Selbstbeteiligung, usw.) sowie dem Gesundheitszustand bzw. Vorerkrankungen.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

1. Für junge, gesunde Versicherte meist viel billiger als die GKV.

2. Mehr Leistungen als für gesetzlich Versicherte (je nach Tarif). Das reicht von neueren Medikamenten, genaueren Untersuchungen bis hin zu oft kürzeren Wartezeiten beim Arzt. Zwar erhalten natürlich auch gesetzlich Versicherte medizinisch notwendige Leistungen, Tatsache ist aber, daß die Leistungen der GKV nicht annähernd an die der meisten privaten Krankenvollversicherungen abseits der Standardtarifs heranreichen.

3. Garantierte Leistungen, bei der GKV sind in der Vergangenheit schon Leistungen aus dem Leistungskatalog gestrichen worden, bei der PKV ist der Vertrag auf Dauer bindend und verlässlich.

4. Direkter Zugang zu Fachärzten, die GKV fordert oft erst den Gang zum Hausarzt.

5. Zugang zu Ärzten die nur Privatpatienten behandeln.

6. Erweiterte Leistungen beim Zahnarzt, z.B. Gold oder Keramik Füllungen.


Private Krankenversicherung

Nicht zu verschweigen, es gibt auch Nachteile:

1. Keine Rückkehr in die GKV möglich, es sei denn durch Arbeitslosigkeit oder geringeres Gehalt.

2. Risikoaufschläge für chronisch Kranke, denn im Gegensatz zur GKV, die jeden versichern muss, kann die PKV auch Anträge ablehnen bzw. Risikozuschläge verlangen, wenn die Erkrankung schon bei Eintritt besteht.

3. Die PKV wird immer innerhalb eines Tarifs kalkuliert. Wird dieser geschlossenen oder nicht mehr verkauft, altern alle Versicherungsnehmer in diesem Tarif ohne daß neue, gesunde Mitglieder hinzukommen, was die Beiträge im Alter teuer machen kann. Es gibt aber die Möglichkeit in einen anderen, gleichwertigen Tarif des Anbieters zu wechseln.

4. Anbieterwechsel kaum sinnvoll, da zumindest momentan die Altersrückstellungen die man aufgebaut hat wenn überhaupt nur teilweise übernommen werden können.

5. Beitragszahlung auch während Mutterschaft und Elternzeit, keine Befreiung wie in der GKV.

6. Kinder müssen einzeln versichert werden, ebenso wie der Partner, keine Familienversicherung.

7. Arztrechnungen müssen vorfinanziert werden, Vertragspartner ist der Arzt. In der Regel werden Rechnungen von der PKV natürlich schnell erstattet, es besteht aber das Risiko, daß strittige Leistungen von der Kasse nicht übernommen werden.

8. Sterbegeld, Haushaltshilfen und Reha sind in der Regel nicht mitversichert bzw. müssen gegen Aufpreis mitversichert werden falls möglich.

Alles in allem will der Wechsel gut überlegt sein, die Zahl der verschiedenen Tarife und Anbieter ist bei der PKV mannigfaltig, aber auch sehr unübersichtlich. Den Vergleich, welche PKV je nach eigenen Präferenzen sinnvoll ist, sollte man einem professionellen Vermittler überlassen, der fachkundig berät und auf die vielen Kleinigkeiten und Unterschiede aufmerksam machen kann, die man selbst schnell übersieht.

Private Krankenversicherung